„Was machst du, wenn Dein Gegenüber nichts versteht?“ „Ich sage das Gleiche nochmal lauter!“ – 3 Tipps für produktive Gespräche

Die Aussage oben scheint vielleicht ausgedacht für diesen neuen Blogbeitrag zum Thema Kommunikation. Das ist sie jedoch nicht. Sie ist eine Kommunikationsperle aus einem Kommunikationstraining mit jungen Mitarbeitern, die an diesem Tag vielleicht sogar das erste Mal darüber nachgedacht haben, warum Menschen sich eigentlich nicht verstehen und dass dahinter mehr stecken könnte als Unwille oder Blödheit des Gegenübers.
Im beruflichen Alltag wird die Idee, der andere wolle einen einfach nicht verstehen, gerne herangezogen, um eine schief gelaufene Kommunikation zu begründen. Das Blatt wendet sich jedoch bei folgender Grundannahme: Für das Gelingen der Kommunikation ist zuerst der Sender verantwortlich. Was heißt das? Selbstverständlich ist das Gegenüber, mit dem gesprochen wird, ebenso Beteiligter der Kommunikation. Doch es liegt am Sender genau zu beobachten, wie das, was er sagt und wie er es sagt aufgenommen wird und welche Reaktionen darauf folgen.
Kommunikation ist so ein stetiges Ping-Pong-Spiel. In diesem Beitrag haben wir drei Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie zukünftig Gespräche produktiver gestalten können.

 

 1. Klären Sie, mit welchem Ziel Sie in ein Gespräch gehen.


Sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext, kommen Sie immer wieder in die Lage, wichtige und bisweilen auch entscheidende Gespräche zu führen. Hier ist es sinnvoll, vorab für sich zu klären, mit welchem Ziel Sie in das Gespräch hineingehen. Die Hoffnung darauf, dass das Gegenüber am Ende des Gesprächs anders denken oder fühlen soll, ist eine Erwartung und kein Ziel, da dies nicht in Ihrer Macht liegt. Ein Ziel ist eine konkrete, positiv formulierte und in Ihrer Macht stehende eigene(!) Handlung.

2. Entscheiden Sie sich bewusst für eine positive Haltung gegenüber anderen.


Der wichtigste und auch schwierigste Punkt einer wirkungsvollen Gesprächsführung ist die Haltung gegenüber anderen Menschen. Ihre innere Einstellung prägt den Kontakt zu anderen  entscheidend mit. Sie kennen vielleicht das Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder raus.“ Überlegen Sie sich einmal, wie es wäre, wenn Sie davon ausgingen, dass 1. andere Menschen in Ordnung sind, so wie sie sind, 2. andere Menschen grundsätzlich gute Gründe für ihr Verhalten haben, 3. andere Menschen an einem positiven Kontakt mit Ihnen interessiert sind, 4. andere Menschen die Fähigkeit haben, selbstverantwortlich zu handeln.

Zu diesem Tipp empfiehlt sich ein kleines Beobachtungsexperiment. Nehmen Sie sich Zeit, z.B. an einem Samstag beim Einkaufen, oder bei einem netten Abendessen auswärts, und beobachten Sie, mit welcher Haltung Menschen aufeinander zugehen. Was kann für Sie ein Vorbild sein und was nicht?

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3. Halten Sie das Gespräch in Balance. – Die 50%-Regel


Gespräche werden im Nachgang besonders häufig als angenehm empfunden, wenn beide Gesprächspartner in etwa die gleichen Redeanteile haben. Wenn die Gesprächsanteile in Balance sind, werden beide Beteiligten gesehen mit ihren Argumenten und ihrem Standpunkt. Gleichzeitig sichert die Regel, dass beide Parteien an der Lösungsfindung für ein Problem beteiligt werden und sich dann auch für die Umsetzung engagieren werden. Geben Sie Ihrem Gegenüber also Raum sich zu äußern und nehmen sie sich selbst auch den Raum, wenn Sie auf einen Vielredner treffen. Auf einem kleinen Merkzettel haben Sie die 50%-Regeln in jedem wichtigen Gespräch dabei.

Weiterführende Literatur:
Gührs, Manfred/ Nowak, Claus (2014): Das konstruktive Gespräch. Ein Leitfaden für Beratung, Unterricht und Mitarbeiterführung mit Konzepten der Transaktionsanalyse. Meezen.
Oder:
Konstruktive Gesprächsführung direkt in der praktischen Anwendung lernen.

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