Das ALOHA-Prinzip für Führungskräfte – wie Ihnen eine Frage ungeahnte Türen öffnet

Kennen Sie das: wenn Sie sich intensiv mit einer Sache beschäftigen, ist sie plötzlich überall. Wenn Sie sich zum Beispiel überlegen, ein neues Auto zu kaufen. Sobald Sie ein bestimmtes Modell im Kopf haben, sehen Sie es überall fahren. Oder wenn Sie sich beruflich mit dem Thema Vertrieb beschäftigen und gerade an einem neuen Training arbeiten. Plötzlich beobachten Sie Leute, die etwas verkaufen wollen, mit ganz anderen Augen. So geht es uns mit dem Thema Führung.

Als ich vor einigen Woche den Roadmovie „Umweg nach Hause“ bzw. im englischen Original „The Fundamentals of Caring“ gesehen habe, war dies zuallererst eine unterhaltsame Geschichte: Ben, ein gescheiterter Autor entschließt sich Krankenpfleger zu werden. Nach seiner Ausbildung lernt er den 18-jährigen Trevor kennen, der an Muskeldystrophie leidet. Als sie sich anfreunden, entscheiden Sie einen Roadtrip zu machen. Der zeigt, wie in allen guten Roadmovies, anhand der Begegnungen mit anderen Menschen, wie schön das Leben ist.
Innerhalb des Films gibt es ein Prinzip, das immer wieder Thema ist: das ALOHA-Prinzip, kurz für Ask, Listen, Observe, Help, Ask again (Frage, Höre zu, Beobachte, Hilf, Frag nochmal nach). Das ALOHA-Prinzip ist die Grundlage für den Beziehungsaufbau zwischen zwei Menschen. In dessen Zentrum: die Fähigkeit zu fragen, genau zuzuhören und hinzuschauen. Warum ist das wichtig für Führungskräfte?

 

Spannend? Jetzt die aktuelle Führungsfrage als Newsletter abonnieren und 1x im Monat alle aktuellen Themen als E-Mail erhalten.

* indicates required





 

Führungskräfte sind häufig gewöhnt möglichst schnell Probleme zu lösen. Jemand kommt mit einer Frage, sie geben Rat. Sie sind Experten, sie liefern Antworten, sie sind die Feuerwehr, wenn Probleme auftauchen. Wenn Sie jedoch innehalten, fragen und das Problem dem Gegenüber zurückspielen, sorgt das für eigene Entlastung und mehr Engagement bei den Mitarbeitern.
Michael Bungay Stanier beschreibt in seinem Buch „The Coaching Habit“ wie eine einzige kleine Frage dieses Handlungsmuster unterbrechen kann. Statt zu antworten: Fragen Sie Ihr Gegenüber „Sie sind im Bild, was denken Sie?“ Hören Sie zu und fragen Sie weiter(!): Was gibt es noch? Oder: was denken Sie weiter? Ihre Vorteile liegen auf der Hand:

  • Sie durchbrechen das Muster sofort zu antworten und haben so Raum für verschiedene Optionen, was die Entscheidungsqualität nachweislich verbessert.
  • Sie geben der Person Raum Ihnen mehr zu erzählen, denn die erste Antwort auf eine Frage ist selten die einzige, die Ihr Gegenüber hat und die meisten Menschen werden Ihnen auch nicht gleich die beste Antwort, die Sie haben präsentieren.
  • Während Sie zuhören und vertieft nachfragen, verschaffen sie sich selbst Zeit sich zu sortieren und den Sachverhalt genauer zu betrachten.
    Versuchen Sie es. Beginnen Sie zu fragen und fragen Sie weiter. Die meisten Menschen fragen eher zu wenig als zu viel. Das Ergebnis wird Sie überraschen.

Weiterführende Literatur:

Stanier, Michael Bungay (2016): The Coaching Habit. Say Less, Ask More & Change the Way You Lead Forever. Toronto.

Oder:

Direkt und praktisch lernen richtig gute Fragen zu stellen.

Leave A Comment